Autobiografischer Jugendroman über einen Jungen, dem es gelingt, seinen Sprachfehler zu akzeptieren.

Memphis, 1959: Als der elfjährige Victor von seinem besten Freund gebeten wird, dessen Nebenjob als Zeitungsausträger während der Sommerferien zu übernehmen, erfüllt ihn die Aufgabe mit großer Nervosität. Jeden Freitag muss er bei den Abonnenten klingeln, um das Geld für die Zeitungen der Woche einzusammeln; doch Victor stottert beim Sprechen, manche Wörter scheinen ihm gar nicht zu gelingen, andere kann er nur mit sehr viel Mühe formulieren. In jenem Sommer aber verändert er sich durch die Herausforderungen des Jobs und die Begegnungen auf seinen Touren: Während er lernt, sich gegen die anderen Zeitungsboten durchzusetzen, vermittelt ihm der gebildete Mr. Spiro Selbstbewusstsein durch aufmerksames Zuhören und philosophische Weisheiten. Victor trifft auf einen taubstummen Jungen, mit dem er ohne Stottern durch seine Hände sprechen kann, zudem behauptet er sich in einem gefährlichen Konflikt mit einem kriminellen Müllsammler. Zu Beginn des Schuljahres kann sich der Elfjährige schließlich ohne Angst der neuen Klasse vorstellen und das Stottern als Teil seiner Persönlichkeit präsentieren. - Bemerkenswert an diesem Jugendroman ist, dass nicht etwa die Heilung des Sprachfehlers thematisiert wird, sondern die Akzeptanz desselben durch den Protagonisten. Das Erzählte beruht in großen Teilen auf den persönlichen Erlebnissen des Autors, was der Geschichte besondere Authentizität verleiht. Auch die sprachliche Gestaltung und die Einbindung der historischen Kulisse der amerikanischen Südstaaten zu Zeiten der Segregation sind sehr gelungen.

Marlene Knörr

Bücherei

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